Coronavirus

„Wir wollen der Patientenversorgung den Rücken freihalten“

März 2020

Das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) verbreitet sich auch in Deutschland rasant - die Zahl der Infektionen steigt dramatisch an. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat die Gefahrenstufe für die Gesundheit der deutschen Bevölkerung am 17. März von „mäßig“ auf "hoch" gesetzt. Durch zahlreiche Maßnahmen wird derzeit versucht, Infektionsketten zu unterbrechen und die weitere Verbreitung des Virus einzudämmen. Auch der GKV-Spitzenverband ist in der aktuellen Situation gefordert, die Bemühungen im Hintergrund zu unterstützen.

Vorstandsvorsitzende Dr. Doris Pfeiffer über die Aktivitäten des Verbandes:

„Unsere Aufgaben liegen im Moment eher im Hintergrund: Der GKV-Spitzenverband trifft zahlreiche Vereinbarungen mit Ärzteschaft, Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Politik. Damit tragen wir dazu bei, die Infrastruktur im Gesundheitswesen auch in dieser schwierigen Zeit reibungslos am Laufen zu halten. Wir wollen den vielen Menschen, die sich jetzt in vorderster Reihe um die Patienten kümmern, den Rücken freihalten.

Konkret haben wir zum Beispiel mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung vereinbart, dass Patientinnen und Patienten sich bei leichten Atemwegserkrankungen telefonisch für bis zu sieben Tage krankschreiben lassen können – ohne die Arztpraxis aufsuchen zu müssen. Damit entlasten wir die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte und schützen gleichzeitig unsere Versicherten vor Ansteckung im Wartezimmer.

Auch den Pflege-TÜV haben wir bis auf weiteres ausgesetzt, um die Pflegekräfte in Heimen und bei Pflegediensten zu entlasten und um die Pflegebedürftigen zu schützen.

Das sind nur zwei Beispiele von vielen, wie der GKV-Spitzenverband die Anstrengungen zur Eindämmung der Coronakrise unterstützt. Eine Übersicht über unsere Aktivitäten finden Sie hier.

Die gesetzliche Krankenversicherung mit ihren 73 Millionen Versicherten ist eine starke Solidargemeinschaft, die große Lasten schultern kann – sowohl finanziell als auch organisatorisch. So sind die gesetzlichen Krankenkassen aktuell im Dauereinsatz bei der Beantwortung von Versichertenanfragen und der Lösung individueller Probleme. Viele Kassen bieten für ihre Versicherten spezielle Informationsangebote, eine Übersicht finden Sie hier.

Wir erleben gerade eine riesige gemeinsame Anstrengung in diesem Land, um die Krise zu meistern. Einerseits werden Behandlungskapazitäten ausgebaut, andererseits wird das soziale Leben so weit wie möglich eingeschränkt, um die Ansteckungen auf ein Minimum zu reduzieren. Beides ist notwendig! So können wir die Ausbreitung des Virus verlangsamen und gleichzeitig zusätzliche schwer Erkrankte behandeln. Ich bin sehr zuversichtlich, dass diese Herausforderung durch die Anstrengung aller beteiligten Akteure gemeistert werden kann.“

Über die Autorin

Dr. Doris Pfeiffer

Dr. Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes

Die Diplom-Volkswirtin ist seit über 25 Jahren im Gesundheitswesen tätig. Nach Stationen beim AOK-Bundesverband, der Deutschen Krankenhausgesellschaft und dem Verband der Angestellten-Krankenkassen ist sie seit 2007 Vorsitzende des Vorstands beim GKV-Spitzenverband in Berlin.