Pflegeversicherung

Fachtagung „Betreuung in der Pflege“ zieht Bilanz

März 2019

Was ist Betreuung in der Pflege, welche wirksamen Maßnahmen sind damit verbunden und stellen ambulante Betreuungsdienste als neue Leistungserbringer eine sinnvolle Ergänzung zu bestehenden Angeboten dar? Die Fachtagung „Betreuung in der Pflege“ zog am 31. Januar 2019 Bilanz des Modellprogramms zur Erprobung von Leistungen der häuslichen Betreuung durch Betreuungsdienste nach § 125 SGB XI.

Im Zentrum der Veranstaltung standen die Ergebnisse des vom GKV-Spitzenverband realisierten und vom IGES Institut evaluierten Modellprogramms. In dessen Rahmen konnten Pflegebedürftige Unterstützung professioneller Betreuungsdienste in Anspruch nehmen, um beispielsweise eine Tagesstruktur aufrecht zu erhalten oder soziale Kontakte zu pflegen. An dem fünfjährigen Modellprogramm nahmen bundesweit 49 Betreuungsdienste teil.

Betreuungsdienste ergänzen Versorgung sinnvoll

Das Fazit des IGES Instituts fällt positiv aus: Betreuungsdienste sind geeignet, den Betreuungsbedarf Pflegebedürftiger wirksam anzusprechen. Sie helfen, die Belastungen von pflegebedürftigen Menschen und ihrer Angehörigen zu reduzieren und deren Lebensqualität zu verbessern. Zudem können sie zur Professionalisierung von Betreuung und Betreuungsleistungen im ambulanten Bereich beitragen. Dies gelingt umso erfolgreicher, je besser alle Anbieter von Sachleistungen untereinander kooperieren und die Leistungen nebeneinander koordiniert erbracht werden. Positive Effekte auf die Wirksamkeit der Betreuung zeigten auch die hohen Anforderungen an das Personal und das Qualitätsmanagement.

Einblicke in die Fachtagung "Betreuung in der Pflege"

Die teilnehmenden Betreuungsdienste haben sich im Verlauf der Erprobung als Anbieter etablieren und sowohl die Anzahl der Kundinnen und Kunden als auch die der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kontinuierlich steigern können. Eine Vielzahl der Mitarbeitenden kommt zudem aus fachfremden Ausgangberufen außerhalb des pflegerischen oder gesundheitlich-sozialen Bereiches. Betreuungsdienste konnten sich im Verlauf des Modellprogramms ein eigenes Kundensegment erschließen und eine spezifische Positionierung entwickeln. Deren Kundinnen und Kunden waren im Durchschnitt jünger und häufiger in ihrer Alltagskompetenz eingeschränkt als die Klientel der Pflegedienste. Auch unterschiedliche Beweggründe für die Inanspruchnahme von Betreuungsleistungen – z. B. eine Veränderung in der häuslichen Situation von Kundinnen und Kunden - spielten bei der Wahl des Anbieters eine Rolle. Insgesamt waren die Nutzerinnen und Nutzer mit den beteiligten Betreuungsdiensten sehr zufrieden.

Der Abschlussbericht zum Modellprogramm ist auf der Homepage des GKV-Spitzenverbandes veröffentlicht. (cst)