Stationäre Versorgung

Notfallstufenkonzept - Forschungsauftrag vergeben

Juni 2017

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat das IGES Institut beauftragt, die zu erwartenden Folgen des geplanten Notfallstufenkonzepts wissenschaftlich evaluieren zu lassen. Die Ergebnisse sollen dabei als Basis für die inhaltliche Ausgestaltung des neuen Systems dienen.

Hintergrund: Der G-BA hat mit dem Krankenhausstrukturgesetz (KHSG) den Auftrag erhalten, bis zum 31. Dezember 2016 ein gestuftes System der Notfallstrukturen von Krankenhäusern zu beschließen. Damit werden erstmals Mindeststandards für die Teilnahme von Krankenhäusern an der Notfallversorgung festgelegt.

Zuschläge für kostenintensive Notfallstrukturen

Für jede Stufe werden Art und Anzahl der vorzuhaltenden Fachabteilungen, Anzahl und Qualifikation des Fachpersonals, Kapazitäten zur Versorgung von Intensivpatienten, medizinisch-technische Ausstattung sowie Strukturen und Prozesse der Notaufnahme definiert. Auf dieser Basis werden die Selbstverwaltungspartner künftig Zu- und Abschläge für die Teilnahme beziehungsweise Nichtteilnahme an der Notfallversorgung vereinbaren. Krankenhäuser, die rund um die Uhr für die Notfallpatienten da sind und kostenintensive Notfallstrukturen wie hochqualifiziertes Personal und medizinische Großgeräte vorhalten, erhalten dafür künftig Zuschläge, Häuser ohne diese Vorhaltungen erhalten Abschläge.

Mit dem Gesetz zur Weiterentwicklung der Versorgung und der Vergütung für psychiatrische und psychosomatische Leistungen (PsychVVG) wurde die Frist für eine Beschlussfassung bis Ende 2017 verlängert und der G-BA beauftragt, zunächst eine wissenschaftliche Folgeabschätzung des geplanten Notfallstufenkonzeptes durchführen zu lassen. Die Forschungsergebnisse sollen dabei helfen, zweckmäßige Kriterien und Rahmenbedingungen für das Notfallstufenkonzept zu entwickeln.

Der Forschungsauftrag wurde nun im Wege eines ordnungsgemäßen Vergabeverfahrens an das IGES Institut vergeben. Ergebnisse werden im Herbst dieses Jahres erwartet.