Telematik

Zweiter Konnektor startet am Markt

September 2018

Seit dem 3. September vermarktet T-Systems einen eigenen Konnektor und ist neben der CompuGroup (CGM) nun der zweite Anbieter am Markt. Dadurch wird ein Anstieg der Installationszahlen in den beiden letzten Quartalen des laufenden Jahres erwartet. Das ist auch dringend nötig.

Seit Ende 2017 werden Arzt- und Zahnarztpraxen an die einrichtungsübergreifende Kommunikationsstruktur im deutschen Gesundheitswesen, die Telematikinfrastruktur, angeschlossen. Doch die Anbindung kommt nur schleppend voran - bis Juli 2018 war sie nach Schätzungen der gematik erst bei ca. 26.000 Arzt- und Zahnarztpraxen erfolgt. Grund hierfür ist unter anderem, dass es bislang nur einen zugelassenen Hersteller für den sogenannten Konnektor, eine Art sicherer Router in die Telematikinfrastruktur, gab.

Mit dem Anschluss der Praxen an die Telematikinfrastruktur können Arzt- und Zahnarztpraxen und zukünftig auch Apotheken und Krankenhäuser die Online-Anwendungen der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) nutzen. In einem ersten Schritt werden die Versichertenstammdaten beim Einlesen der eGK online automatisch auf Gültigkeit geprüft und bei Bedarf auch aktualisiert. Die Leistungserbringer sind verpflichtet, beim ersten Arzt-Patientenkontakt im Quartal die eGK einzulesen. Seit dem Start des Online-Produktivbetriebs der Telematikinfrastruktur im November 2017 wurde bis Ende Juni 2018 ca. 40 Millionen Mal eine eGK eingelesen.

Eine Hand steckt eine eGK in einen Konnektor

Finanzierungsvereinbarungen mit fast allen Sektoren

Gemäß gültiger Rechtslage bekommen die Leistungserbringer die Ihnen durch die Anbindung an die Telematikinfrastruktur entstehenden erstmaligen Ausstattungs- und Betriebskosten erstattet. Hierzu schließt der GKV-Spitzenverband mit den Organisationen der Leistungserbringer Finanzierungsvereinbarungen. Mit der Kassenärztlichen und der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung hat der GKV-Spitzenverband bereits derartige Vereinbarungen für die ersten Online-Anwendungen der Telematikinfrastruktur herbeigeführt. Auch mit der Deutschen Krankenhausgesellschaft wurde eine entsprechende Finanzierungsvereinbarung mit Wirkung zum 1. Oktober 2018 geschlossen.

Mit dem deutschen Apothekerverband verhandelt der GKV-Spitzenverband derzeit noch über die Ausstattung und den Betrieb der Telematikinfrastruktur in den bundesweit rund 20.000 Apotheken. Nach Einschätzung des GKV-Spitzenverbandes kann diese Finanzierungsvereinbarung in den kommenden Wochen zum Abschluss kommen.